Radionuklid-markierte rote Blutkörperchen: Aktueller Stand und Zukunftsaussichten1

Die radioaktive Markierung von roten Blutkörperchen und ihre klinische und Forschungsanwendung in der Nuklearmedizin sind in den letzten zwei Jahrzehnten von anhaltendem Interesse und stetigem Wachstum. Es wurden erhebliche Fortschritte erzielt, so dass derzeit radioaktive Markierungen mit ausreichender In-vitro- und In-vivo-Stabilität für vielfältige Anwendungen verfügbar sind. Insbesondere Technetium-99m-markierte rote Blutkörperchen haben das Gebiet der kardiovaskulären Nuklearmedizin revolutioniert, indem sie die externe Bewertung verschiedener Herzparameter mit minimaler Strahlendosis oder Trauma für den Patienten ermöglicht haben. Unter anderen Bereichen der Studie, die 99mTc-RBC verwenden, sind Blut-Pool-Imaging, Erkennung von Gefäßfehlbildungen, Erythrozytenmasse Bestimmung, Nachweis von Magen-Darm-Blutungen und Hämangiome. Hitzegeschädigte 99mTc-RBC finden Anwendung in der Milzbildgebung, der Lokalisation der Milz, der Erkennung von GI-Blutungen und in anderen Bereichen. Es wird eine kritische Bewertung der verschiedenen In-vitro- und In-vivo-Markierungstechniken vorgestellt, die derzeit für die Markierung roter Blutkörperchen verfügbar sind.

Obwohl die gegenwärtig verwendeten Verfahren zufriedenstellende markierte Präparate liefern, müssen noch ideale radioisotope Erythrozytenmarkierungen entwickelt werden. Intermediäre (2-3 Tage) sowie langlebige (≈30 Tage) radionuklidische Markierungen sind für eine Reihe von klinischen Verfahren, bei denen 99mTc aufgrund seiner kurzen Halbwertszeit nicht nützlich ist, sehr wünschenswert. Es wird erwartet, dass ein klareres Verständnis der mechanistischen Aspekte verschiedener Markierungsreaktionen zur Entwicklung besserer und verbesserter RBC-Etiketten beiträgt, die dazu beitragen, verschiedene Bedarfsbereiche in nuklearmedizinischen Anwendungen zu erfüllen. Neue Ansätze wie die Verwendung von radioaktiv markierten Antikörpern gegen Erythrozytenantigene oder die Markierung spezifischer Rezeptorstellen in der Zelle können zu erheblichen Verbesserungen in der Markierungsmethodik führen und könnten markierte Zellen mit der geringsten Schädigung und maximaler In-vivo-Stabilität ergeben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.