NESPS – Verzögerte Überempfindlichkeitsreaktion auf azelluläre Hautmatrix bei Patienten mit Brustrekonstruktion

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Verzögerte Überempfindlichkeitsreaktion auf azelluläre Hautmatrix bei Patienten mit Brustrekonstruktion
Ingrid Ganske, MD, MPA1, Marguerite Hoyler, BA2, Sharon Fox, MD, PhD3, Donald J. Morris, MD4, Samuel J. Lin, MD4, Sumner A. Slavin, MD4.
1Harvard Kombinierte Plastische Chirurgie Residency Program, Boston, MA, USA, 2Harvard Medical School, Boston, MA, USA, 3Beth Israel Deaconess Medical Center Pathologie Residency, Boston, MA, USA, 4Beth Israel Deaconess Medical Center Abteilung für plastische und rekonstruktive Chirurgie, Boston, MA, USA.

Einleitung: Die azelluläre dermale Matrix (ADM) ist ein wertvolles Instrument in der rekonstruktiven Brustoperation, zum Teil, weil sie als nicht reaktive und nicht immunogene Einheit angesehen wird. Ein wachsender Teil der Brustrekonstruktionsliteratur hat jedoch ein lokales Erythem beschrieben, das ADM-Transplantate überlagert, die häufig Cellulite zugeschrieben werden, aber weitgehend nicht auf Antibiotika ansprechen Therapie. Dieses Phänomen, das „rote Brustsyndrom“, ist kaum verstanden. Wir nehmen an, dass es sich um eine verzögerte Überempfindlichkeitsreaktion auf ADM-Produkte handeln kann und dass betroffene Patienten von einer Behandlung mit profitieren können Kortikosteroide oder ähnliche Medikamente.
Methoden: Wir überprüften die Aufzeichnungen von vier implantatbasierten Brustrekonstruktionspatienten, die den Autoren zuvor bekannt waren. Wir haben diese Fälle im Kontext der aktuellen Forschung zum „roten Brustsyndrom“ und der möglichen Antigenität biologischer Netzhautimplantate analysiert.
Ergebnisse: Wir identifizierten vier implantatbasierte Brustrekonstruktionspatienten, die Erytheme entwickelten, die über ihren allogenen oder xenogenen ADM-Transplantaten lagen und deren Symptome auf Kortikosteroide oder Immunsuppressiva ansprachen. Alle Patienten wurden anfänglich mit seriellen hochdosierten Antibiotika behandelt, hatten jedoch ein lokales Erythem, das entweder anhielt oder wieder auftrat. Zwei Patienten hatten eine vorübergehende Leukozytose. Letztendlich verringerte sich der klinische Verdacht auf eine Infektion. Eine Patientin unterzog sich einer Stanzbiopsie der erythematösen Haut und wurde mit einer verzögerten Überempfindlichkeitsreaktion diagnostiziert. Zwei weitere Patienten hatten ähnliche klinische Darstellungen, aber ihre Symptome sprachen auf orale Kortikosteroide an, so dass die Entfernung des biologischen Netzes oder der Implantate nicht angezeigt war. Eine dieser Patientinnen hatte acht Wochen nach der Erstbehandlung ein Rezidiv ihres Erythems und sprach auf eine zweite Kortikosteroidtherapie an. Eine vierte Patientin hatte ein inferiores Pol-Erythem, das erst nach Beginn der adjuvanten Chemotherapie abklang. Derzeit haben alle Patienten seit mindestens zwei Jahren eine vollständige Remission der Symptome.
Diskussion: Diese Fälle, zusammen mit zwei anderen, die in unserer Einrichtung beobachtet wurden, deuten darauf hin, dass ein lokalisiertes Erythem nach einer ADM-basierten Brustrekonstruktion eine verzögerte Überempfindlichkeitsreaktion (DTH) auf eine Komponente des ADM-Transplantats sein kann. ADM-Hersteller erkennen die Möglichkeit von Überempfindlichkeitsreaktionen in schriftlichen Anweisungen an Kliniker an, und die medizinische Literatur beschreibt mehrere Epitope in biologischen Netzen, die eine Immunantwort des Wirts verursachen können. Alle Patienten hatten Symptome, die mit dieser Diagnose übereinstimmten, und ein Patient erhielt eine histologische Diagnose einer DTH-Reaktion. Die vorübergehende oder teilweise Verbesserung der Antibiotika durch die Patienten könnte auf die entzündungshemmenden Eigenschaften vieler antimikrobieller Mittel zurückzuführen sein, aber ihr Versagen, auf wiederholte und abwechslungsreiche Antibiotika vollständig zu reagieren, deutet darauf hin, dass Brustzellulitis nicht die zugrunde liegende Ätiologie war. Vor allem die Auflösung der Symptome nach der Behandlung mit Kortikosteroiden und Chemotherapie deutet auf eine entzündliche, im Gegensatz zu infektiösen, Ätiologie.
Fazit: Mehr Forschung ist erforderlich, um die Ätiologie und das optimale Management des „roten Brustsyndroms“ zu klären, aber diese Fälle stellen zwingende Beweise dafür dar, dass einige Patienten entzündliche Reaktionen auf ADM-Transplantate haben können. Dementsprechend können Patienten mit Erythem, das über einem ADM-Implantat liegt, nach sorgfältigem Ausschluss einer Infektion von Kortikosteroiden oder anderen entzündungshemmenden Medikamenten profitieren. Wichtig ist, dass dies die Bergung eines ADM-Transplantats oder einer gesamten rekonstruierten Brust ermöglichen kann.

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